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Webinar • 25. Mrz 2021 • 10 Uhr

Wie wirtschaftlich ist Homeoffice?
Sonderangebot oder Mogelpackung?

  • Lohnt sich ein Investment ins Homeoffice?
  • Welche Ansprüche der Mitarbeiter sind gerechtfertigt?
  • Welche Kosten sind langfristig unvermeidlich?
  • Wie funktioniert Kostensenkung im klassischen Büro?

Das Ende des klassischen Büro’s – Irrglaube oder Realität?

Leerstehende Büros versus kostenloses Homeoffice? Angesichts verwaister Büroflächen drängt sich die Frage auf, ob Arbeit im Homeoffice nicht erheblich günstiger sei. Doch wird es dabei bleiben, dass Mitarbeiter kostenfrei in der privat finanzierten Wohnung auf eigenem Mobiliar ihren Dienst verrichten?

Die 4. Ausgabe des Webforums Homeoffice gab Antworten über die derzeitige Pandemie hinaus. Investitionen ins Büro sind langfristig zu betrachten ebenso wie die komplexen Auswirkungen mobilen Arbeitens auf Team-Zusammenhalt, Psyche oder Ökologie. Individuelle Lösungen werden je nach Branche unterschiedlich ausfallen, jedoch waren sich die Referenten des Webforums im zentralen Punkt der Debatte einig: Die räumliche Neuverteilung der Arbeit ist unumkehrbar.

Spannung bezog die März-Ausgabe aus den zwei gegensätzlichen Perspektiven der beiden Experten: Christian Kaiser, Geschäftsführer bei Archibus Solution Centers Germany, entwarf Zukunftsperspektiven aus beraterlicher Sicht. Dem stellte Oliver Vellage, Mitglied der Geschäftsleitung bei Dussmann Service Deutschland, die Sicht des Praktikers entgegen, der mit seinem Unternehmen tagtäglich von Reinigung bis Catering, von technischem Service bis Imobilienmanagement umfängliche Dienstleistungen erbringt.

Das neue Büro

Christian Kaiser wies eingangs seines Vortrages darauf hin, dass sich unsere Welt der Arbeit verglichen mit anderen Lebensbereichen bislang vergleichsweise wenig verändert hab. Hier wirke die gegenwärtige Krise wie ein Katalysator. Viele erführen zur Zeit, welches Potential für die Work-Life-Balance sowie das familiäre Miteinander im Homeoffice liege. Andererseits fehle vielen der regelmäßige Austausch mit den Kollegen, insbesondere das informelle, nicht durch virtuelle Meetings organisierte Gespräch.

W&W Campus Dehnert

Ziele für ein posttraumatisches Wachstum; aus: The new Ways of Working, Christian Kaiser, Archibus Solutions

Kaiser entwarf vor diesem Hintergrund die Vision einer Arbeitswelt, die dem Umstand möglichst gerecht werden soll, dass das berufliche wie das private Leben ständig sich verändernde Anforderungen an uns alle stellt. Hier seien Ideen gefordert, die die Vorteile des mobilen Arbeitens mit neuen Formen des klassischen Büros kombiniere. Als Beispiel nannte er ergänzende Co-Working Spaces am Stadtrand, die die Begegnung mit Kollegen ermögliche, ohne lange und starre Anfahrtswege in die Firmenzentrale in der City zu erfordern. »Das Head-Quarter wird so zum Hub-Quarter.«

Jeder Tag sieht anders aus, privat wie auch im Berufsleben.

Christian Kaiser, Archibus Solution

Wichtig seien hierfür intelligente Softwarelösungen, die es Mitarbeitern wie Führungskräfte ermöglichen, die sich wechselnden Abläufe effizient und flexibel zu organisieren. Hier müsse also investiert werden, man eröffne sich so aber auch Möglichkeiten, die bisherigen Flächen zu optimieren und so im Gegenzug fixe Kosten einzusparen.

Das klassische Büro – ein veraltetes System ohne Zukunft?

Oliver Vellage trat dem entschieden entgegen. Der Mensch sei ein soziales Wesen, das immer einen Drang nach Kommunikation habe, die im Homeoffice schnell auf der Strecke bleibe. Dies werde auch durch zahlreiche Artikel in Zeitungen und Foren, in denen sich Angestellte das Arbeiten im Büro zurückwünschen, mittlerweile bestätigt.

Die Nutzung wird eine andere sein aber ich erwarte ein Comeback des Büros.

Oliver Vellage, Dussmann Services

Vellage argumentierte erklärtermaßen aus der Sicht des Praktikers in einem Unternehmen, dessen Dienstleistungen überwiegend beim Kunden in physischer Anwesenheit der Mitarbeiter erbracht werden. Deren Führung könne nicht nur aus der Distanz des Homeoffice erfolgen. Aus diesem Standpunkt heraus analysierte er Chancen und Risiken des mobilen Arbeitens. Wichtig war ihm dabei auch der Rat, sich die unterschiedlichen Voraussetzungen seiner Mitarbeiter vor Augen zu führen. Zwar könnten und müssten die Unternehmen in die Ausstattung der Mitarbeiter daheim investieren. Eine 3-Zimmer-Wohnung mit kleinen Kindern würde dadurch aber auch nicht größer.

W&W Campus Dehnert

Vor- und Nachteile des mobilen Arbeitens; aus: Homeoffice – Sonderangebot oder Mogelpackung? Oliver Vellage, Dussmann Services

Vellage rechnet darüber hinaus fest mit wachsenden Anforderungen des Gesetzgebers sowie der Sozialpartner, die Arbeitgeber zukünftig bei dauerhafter Heimarbeit vor Augen haben müssten. Was in der derzeitigen Ausnahmesituation hingenommen werde, würde so nicht bleiben. Arbeitsschutz, Versicherungsthemen oder der Datenschutz würden bald strenger geregelt werden.

Gleichwohl stellte Vellage dar, dass die Veränderung des Büros unumkehrbar sei – augenfällig auch am eigenen neuen Hauptquartier seines Unternehmens, das statt fixierten Arbeitsplätzen nun unterschiedliche räumliche Angebote für die Mitarbeiter bereithalte, die diese flexibel nutzen könnten.

Die Arbeit wird neu verteilt.

Es gehe, so waren sich trotz der unterschiedlichen Perspektiven alle Beteiligten einig, künftig darum, alle Formen der Arbeit optimal zu nutzen. Die Kosten, neue Konzepte umzusetzen, liege dabei aber nicht einseitig auf Seiten des Homeoffice und dessen struktureller und technischer Ausstattung. Im Gegenzug verändere sich das klassische Büro grundlegend. Seine noch stärker kommunikative und soziale Aufgabe erfordere neue, flexibel nutzbare Raumangebote. Nicht zu unterschätzen sei zudem der Invest in eine angepasste Führungskultur, die nicht länger auf Anwesenheit basieren könne, sondern die Bereitschaft zum Vertrauensvorschuss erfordere.

Moderator Christoph Hegger bedankte sich bei den überaus engagierten Referenten, Gästen und Diskutanten. Er wies darauf hin, dass die Non-Profit-Initiative Webforum Homeoffice auf Unterstützung angewiesen sei. Wer sie als Partner unterstützen möchte, findet Information hierzu unter www.webforum-homoffice.de/partner im Netz.

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Referenten

Referent

Das Homeoffice als Einstieg
in die hybride Bürowelt von morgen.

  • Oliver Vellage · Mitglied der Geschäftsleitung
  • Dussmann Service Deutschland GmbH
Referent

Reshaping the HEAD Quarter into a HUB Quarter

  • Christian Kaiser · Geschäftsführer
  • Archibus Solution Centers Germany GmbH
Moderator

Moderation

  • Christoph Hegger · Geschäftsführer
  • DART Beratende Designer GmbH, Stuttgart
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